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Netzfund: Video eines Polenwochenendes

geschrieben am 11. Mai 2012 um 00:15 von 4x4eastward

Habe gerade ein Video gefunden, das von einigen unserer Mitfahrern erstellt wurde. Die Wochenendreise fand bereits im November 2010 statt, das Video gibt aber trotzdem einen schönen Überblick über unsere geführten Touren in Westpolen:

http://www.vimeo.com/17375520

Ein langes Wochenende im polnischen Outback

geschrieben am 10. Mai 2012 um 22:13 von 4x4eastward

Die langen Wochenenden bieten immer wieder auch für fern aus dem Westen Anreisende eine gute Chance mit uns im Westen Polens Natur, Landschaft und ein wenig Abenteuer zu erleben. Ostern war so eine Chance. Wir hatten zu einem langen Wochenende geladen, mitten in der pommerschen Seenplatte und mit der Chance, eventuell die wild lebenden Wisente zu treffen. Hier ein paar Eindrücke:

Die Gruppe der angereisten 4×4 war ziemlich bunt. Nissan Pickup, Defender, Jeep und sogar ein SUV aus dem Hause Mercedes hatten sich zusammengefunden.

Auch mit diesem Auto kann man viel Spass haben, wenn es auch nötig erschien, ihn auf manchen “Wegen” einfach stehen zu lassen. Die Besatzung teilte sich dann einfach auf die anderen Wagen auf und weiter gings, quer durchs Moor.

Nach solch einer Fangopackung sollten zumindest die Felgen wieder sauber werden können, was sollen denn sonst die Wisente von uns denken?

Und die schienen schon auf uns zu warten, die Wisente. Es sind ca. 75 Tiere, die hier in freier Wildbahn leben. Eine Herde lebt auf und um den grossen und unter Offroadern recht bekannten Truppenübungsplatz Drawsko. Der grössere Teil aber lebt nur wenig weiter im Osten, noch westlich von Walcz.

Was hier so aussieht wie im Zoo, war wirklich in freier Wildbahn. Nicht immer präsentieren sich die edlen Tiere so wunderbar. Ja, es soll sogar Menschen geben, die sie erst bei der dritten Tour zu Gesicht bekamen, aber diesmal hatten wir Glück und konnten mit den Ferngläsern jedes Haar einzeln zählen.

Insgesamt also ein gelungenes Wochenende vondem man noch lange zehren kann und die Erkenntnis, dass auch moderne SUV nette Spielgeräte sein können, wenn man ihre Grenzen akzeptiert.Wer Lust hat, ähnliches zu erleben, na die nächsten langen Wochenenden gibt es ja in diesem Monat:

Winterausfahrt am Rande des Riesengebirges

geschrieben am 19. Februar 2012 um 18:47 von 4x4eastward

Diesmal was ganz Neues, oder besser eine ganz neue Region im Westen des Ostens, die es zu entdecken galt.

Das Katzbachgebirge, eines jener Vorgebirge des Riesengebirges im Länderdreieck Niederschlesiens. Wir hatten uns aus zwei guten Gründen für diese Region entschieden. Der erste ist die wunderschöne Pension Pod Zielonem Jajem in einem fast 200jährigen Bauernhaus und der zweite Grund war, dass wir für unsere Winterausfahrt mit Sicherheit Schnee haben wollten.

Beides ist gelungen, wenn uns auch der Schnee beinahe abhanden gekommen wäre, setzte doch plötzlich Tauwetter ein. Für uns allerdings reichte es noch mit dem Schnee und zahlreiche Wege waren auch so zugeweht, dass sich unsere neueste Anschaffung, die soliden Ketten von schneeketten.de, bestens bewährten.

Wer mehr über unsere Touren wissen will, der schaut sich am besten auf unserer webseite (4×4eastward.eu) um, doch bevor es mit der nächsten Tour weitergeht, hier ein paar Bilder von diesem Wochenende:

10 Jahre: 4×4 eastward und was gibts demnächst ?

geschrieben am 4. Dezember 2011 um 22:34 von 4x4eastward

4×4eastward.eu - Entdecker reisen in den Osten

Liebe Freunde des Ostens,

liebe OffroaderInnen und alle die uns bereits persönlich kennen,

unsere Planungen für das ja nun bald beginnende neue Jahr sind zwar, wie immer, noch nicht abgeschlossen, aber die Termine aller fest geplanter Reisen findet ihr ab sofort auf unserer Seite im Internet: 4×4eastward.eu

Seit 10 Jahren führen wir euch mit euren Geländewagen durch den Osten. Zeit für Neues? Jein. Auch 2012 bleiben wir unserer Richtung treu, es geht weiter ostwärts.

Altbewährtes haben wir erhalten und weiter ausgebaut, wie etwa die Bison-Biber-Bunker Wochenenden und die beiden Expeditionen besarabia und transkarpathia die schon vielen von euch ganz neue Blicke in den Osten geschenkt haben.

Neues kommt im neuen Jahr hinzu: Wochenendtouren am Rande der Sudeten, eine „Krankenstation“ für alle die ihr Rallyfieber heilen wollen, aber auch zwei ganz neue Fernreisen und neue, grenzüberschreitende Kurzreisen in Kooperation mit der deutschen Lausitzsafari.

Damit das alles übersichtlich bleibt, haben wir einen Überblick an den Anfang unserer neu gestalteten Internetseite gestellt. Hier könnt ihr schon mal auswählen:

Kleine Fluchten – Wochenenden und Kurzreisen

Grosse Freiheit Expeditionen und Fernreisen

Rallyfieber – für alle die es sportlich lieben, oder einfach mal dabei sein wollen

Für Klubs und kleine Gruppen ab 3 Fahrzeugen bieten wir ab sofort die Chance, nicht nur eine unserer Touren zu eurem Wunschtermin zu fahren, sondern auch ganz speziell auf eure Interessen zugeschnittene Touren. Dabei werden wir unser gesamtes Hirnschmalz, unsere Kontakte und unsere Kenntnis der Landschaft in euren Dienst stellen. Fragt einfach mal nach und schickt uns eine e-mail mit euren Wünschen.

Und last but not least, der Link zu unserem langjährigen Partner: 4×4-adventures. Schließlich kann es ja doch mal sein, dass ihr unbedingt eine andere Richtung einschlagen wollt, nicht schon wieder nach Osten.

Wir freuen uns auf euch und wünschen euch allen eine ruhige Advents- und Weihnachtszeit und ein friedvolles und gesundes Jahr 2012

Die mit den Kranichen

Teresa & Mathias

4×4eastward.eu

post scriptum:

Eigentlich war’s das für heute, ihr seid sicher schon alle mit dem Schreiben eurer Wunschzettel beschäftigt, ganz zu schweigen von der Besorgung all der Weihnachtsgeschenke. Apropos: Hier noch ein Buchtip, von dem wir meinen, dass er euch großen Spaß machen kann und der wirklich nichts mit Offroad zu tun hat. Dazu bedarf es zwar ein wenig Fremdsprachenkenntnis, aber Englisch kann ja jeder, oder? Na also: Letters from Father Christmas heißt das Buch und der Autor ist kein geringerer als J.R. Tolkien.

Zwischen Prut und Dnjestr - Impressionen aus den ukrainischen Waldkarpaten

geschrieben am 25. August 2011 um 18:25 von 4x4eastward

Zum dritten Male haben wir uns im Sommer 2011 aufgemacht, den Osten zu erfahren. Während der erste Teil der Reise über eher ruhige Pisten bis ans Schwarze Meer und in die Grossstadt Odessa führte, danach im kleinen Kreis wieder zurück nach Südost Polen, war das Ziel der zweiten Tour die ukrainischen Karpaten. An den Start gingen 7 Teilnehmerautos, Iveco Daily, Patrol, Defender bis zum HDJ80. Die Karpaten erfordern schon einige Erfahrung mit dem Auto und auch ein manchmal recht starkes Nervenkostüm, ganz zu schweigen von MTs, Bergegerät und einem gut gewarteten Fahrzeug. Was soll ich schreiben, schaut es euch an:


Ziel dieser Tour ist die Befahrung der Poloninen, jener Höhenkämme oberhalb der Baumgrenze. Doch der Weg dahin ist nicht immer ohne Überraschungen.


Kaum hatten wir einen ganzen Tag gekämpft um der ersten Polonine näher zu kommen, stehen wir im letzten Büchsenlicht vor dem Aus. Irgendwer hat hier die Brücke geklaut (so sagten es später die Einheimischen).


Für uns bedeutete das eine Nacht im Wald, auf und neben dem Weg, denn der 20m tiefe Canon war unüberbrückbar.


Nach langer Umfahrung am nächsten Tag, dann doch noch das ersehnte Ziel


und die ersehnten Blicke


Wir bleiben oben und campieren auf kühlen 1500m über dem Meer.


Am nächsten Morgen bekommt das Wort Pferdestärke eine ganz neue Bedeutung


Und die Abfahrt beginnt.


Auch hier waren wir nicht vor Überraschungen geschützt. Vielleicht war ja auch das andere links gemeint, jedenfalls ein typischer Fahrfehler, wie er in den Bergen auch schlimmer hätte ausgehen können.


Doch mit vereinten Kräften steht er schon bald wieder


und rollt, trotz zerborstener Heckscheibe und einer leicht verzogenen Fahrertür, weiter


Am abendlichen Lagerfeuer sieht das alles schon wieder ganz anders aus.


Also auf zu neuen Taten und zu einer neuen Polonine, na ja erstmal längs einer Bahnlinie durchs Tal


Doch da wollen wir hinauf


und wie immer ist ein wenig Anstrengung erforderlich.


Bevor man die unendlich scheinende Weite erleben kann und sich der Weg auf dem Kamm bis zum Horizont erstreckt.


Auf…


und ab


und auf…


Vor ein paar Stunden waren wir noch da unten


und jetzt liegen uns die Berge wie Walrücken zu Füssen


Auch hier schlagen wir unser Camp vor der Abfahrt auf.


Die folgt dann nach dem Briefing am nächsten Morgen


Doch zuerst ein Blick zurück


bevor wir ins Tal aufbrechen.


Dort gibt es einen guten (und wirklich preiswerten) Espresso in der örtlichen Bar, frisches Quellwasser wird in der Küche getankt,


der Förster gibt die aktuellen Strassenzustandsberichte


und für den der will, findet sich ein geräumiges Badezimmer.


Doch schon bald brechen wir auf die dritte Polonine zu erklimmen.


Hier befindet sich in der Mitte ein See, unser gewünschter Biwakplatz,


der aber ist nicht ganz so einfach zuerreichen.


Doch wenn man erstmal da ist…


will man garnicht mehr weg. So jedenfalls schien es am nächsten Morgen. Tagesetappe 250m, dann war der Lenkungsarm abgebrochen, alle vier Bolzen abgeschoren. Doch mit der Unterstützung der Gruppe konnte dieses Team das Problem in 7 Stunden beheben. Zum Glück hatte einer eine Bohrmaschine, ein anderer einen Gewindeschneider, ein dritter und vierter und fünfter ein paar passende Schrauben…


Na dann kanns ja weiter gehn, vielleicht mit der Erkenntnis, dass auch der Starke mal ganz schwach sein kann und der Unterstützung der gesamten Gruppe bedarf.


Ein aufziehendes Gewitter hat uns dann am Abend doch noch vom Berg gescheucht


So bleibt nur dieser Blick zurück, auf eine Bergwelt, die vielleicht einmalig ist, die uns aber sicher im kommenden Jahr wieder herausfordern wird.


4×4 eastward expedition 2010

geschrieben am 27. August 2010 um 21:28 von 4x4eastward

Bevor wir uns an die Vorbereitung der besarabia expedition 2011 machen, hier ersteinmal einige Fotos aus dem vergangenen Jahr. Auch 2010 brachen wir wieder auf zu zwei geführten Expeditionen in den unbekannten Osten. Zwischen Prut und Dnjestr, nannten wir diese Reisen, die uns durch spannende Landschaften in Polen, der Ukraine und Moldavien brachten und zu netten Menschen führten.
Vom Södosten Polens ging es hinüber in die Ukraine und dann über Moldawien bis ans Schwarze Meer und in die Stadt Odessa. Auf einer zweiten Reise, die wiederum bei Sanok in Polen startete, besuchten wir die ukrainische Seite der Karpaten. Doch zuerst wollten wir mit der “expedition besarabia 2010″, wie im Vorjahr, dem Fluss Dnjestr folgen. Vom Rande der Ukrainischen Karpaten führt dieser über 1350km unweit von Odessa ins Schwarze Meer. Doch nun lassen wir sie sprechen, die Bilder, Bilder, Bilder…

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dem wir in den nächsten 2 Wochen folgen werden. Doch wo war nochmal die Quelle dieses Flusses? Auf dem Weg dorthin hatten wir einige Hindernisse zu überwinden…

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und konnten einige gute Taten vollbringen: Hier halfen wir mit unseren Winden und Gurten den Schäfern eine Hütte zu versetzen,

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und hier galt es einen Trecker aus dem noch jungen Dnjestr zu ziehen. Wieder eine Winchaktion unter Anteilnahme der gesamten Dorfjugend
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Doch abends erreichten wir endlich die Alm vor der Quelle. Hier hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Karpaten und das bei einem fast unglaublichen Licht

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Während am nächsten Morgen die Bevölkerung aus den nahe gelegenen Dörfern in die Pilze und Beeren zog…
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suchten wir auf einer kleinen Wanderung die Quelle des Dnjestr
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Wir fanden sie, auch wenn uns in diesem Jahr kein Cowboy hinführte.
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Grosse Wäsche hielten wir dann aber an einem anderen Fluss, der tief genug für alle war
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Die nächste Überraschung hielt das Wetter für uns bereit. Beim Verlassen der Karpaten erwischte uns ein schweres Gewitter. Da hätten wir doch garnicht erst baden brauchen…
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Doch bald schon schien wieder die Sonne und blühende Landschaften umhüllten uns
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Felsenklöster und Bienenfresser

geschrieben am 28. September 2009 um 21:17 von 4x4eastward

Rezina Altes Kloster
Der Nistru oder Dnjestr blieb unser Leitweg, auch wenn wir immer wieder einige seiner Mäander abkürzten. Er brachte uns auch zu einer weiteren Besonderheit der moldawischen Kultur, den Felsenhöhlen, oder besser gesagt Felsenklöstern. Ja man denkt an Griechenland, wenn man dieses Wort hört und genauso alt sind auch manche dieser Höhlen. Der weiche Kalkstein auf der hohen Uferseite diente den Menschen schon Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung als Zufluchtsort. Später dann haben Mönche diesen Stein genutzt, sich vor islamischen Invasoren zu schützen, oder als Einsiedler zu leben. In Rezina steht eine solche Klostersiedlung am Nistru unter dem Schutz der UNESCO.
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Es war Anfang August und Zeit für die Getreideernte. Wie auch immer es zu verstehen ist, auf den Feldern fuhren Mähdrescher und LKWs transportierten das Getreide ab. Doch am Feldrand standen immer wieder PKW die mit leeren Säcken auf ihren Teil warteten. Auf den Dorfstrassen beobachteten wir mehr als ein Schwerlastfahrrad, voll gepackt mit Mehlsäcken. Überhaupt schien zu dieser Jahreszeit ganz Moldawien damit beschäftigt zu sein, die Ernte einzumachen. Am Straßenrand Stände mit köstlichen Melonen und Wassermelonen, noch fruchtigen Tomaten, frisch geernteten Auberginen, Paprika, Weintrauben und Einmachgläsern.
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Nach all den Tagen der Reise durch die Provinz entschieden wir uns der Stadt einen Besuch abzustatten. Eigentlich gibt es in ganz Moldawien nur eine Stadt und das ist die Hauptstadt Chisinau mit 700000 Einwohnern. Also fuhren wir hin, um einen Eindruck mitzunehmen. Während wir uns unseren Weg durch den recht dichten Hauptstadtverkehr suchen, wird links und rechts von uns gewunken und gehupt. So schmutzige Autos fallen halt auf und werden gegrüßt. Ach so und welchen Eindruck hat die Hauptstadt auf uns hinterlassen? Es war eine andere Welt. Eine Welt, die nichts gemein hat mit den Dörfern, den Einmachgläsern, den Pferdefuhrwerken und ausgefahrenen Wegen. Chisinau ist eine quirlige, lebendige Stadt, die auch in jedem anderen Teil Europas liegen könnte. Gleich neben dem Rathaus der Kunsthandwerk- und Kitschmarkt, Straßenstände, ein Skytower und… Nur die Buchhandlungen waren aus unersichtlichem Grund geschlossen, was unseren Plan, gute Karten zu kaufen, vereitelte.
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An diesem Tag haben wir unseren Fluss nicht wieder erreicht. Wir suchten uns einen schönen Platz in einer alten Kiesgrube und lauschten den Bienenfressern. Einer Vogelart, die wie die Mönche seit alters her ihre Brutlöcher in die Böschungen graben und die, wie die Mönche in Kolonien leben.
Bienenfresser

Aus Dnjestr wird nun Nistru

geschrieben am um 19:15 von 4x4eastward

Uferstrasse am Nistru
Es ist Montag und so bleibt uns die in allen Reiseführern beschriebene Festung von Soroca verschlossen. Auch die Zigeunerstadt, die den höchsten Hügel Sorocas bebaut hat, zieht uns nicht an, obwohl die ersten der über 50 Villen schon imposant ausschauen. Hier leben die Barone dieses Volkes mit ihren Familien und Armut scheint es hier nicht zu geben. Ein Besuch bei der Bank, um ein wenig Geld zu tauschen ist erfolgreich. Auch der Versuch, in einem Fotoladen Akkus für die Filmkamera zu bekommen, gelingt. Zwar bedauert der Besitzer, der mit einigen englischen Worten für uns verständlich antwortet, so etwas nicht zu führen, als aber die Worte nicht ausreichen, um uns klar zu machen, wohin wir gehen müssen, geht er einfach vor und bringt Albert zur richtigen Tür.
Festung SorocaZigeunerschloss
Wir verlassen diese Stadt und fahren wieder aufs Land, hin zu einem unseren ersten Besuche in der neuen Religiosität des Landes, im Kloster Jabca, geführt von orthodoxen Nonnen, direkt am Dnjestr gelegen. Die Zufahrt ist gar nicht so einfach, liegt das Kloster doch sehr versteckt und ist nur über ausgefahrene und sehr verschlungene Wege zu erreichen. Aber wir können ja fragen, schließlich haben wir schon einige Worte Moldawisch gelernt und Kloster heißt Monastyr, Kaufladen Alimentarii und was braucht man mehr.
im KlosterBegegnung im Kloster
Welche Rolle die Kirche in diesen, erst seit zwanzig Jahren wieder unabhängigen Ländern spielt, hatten wir schon in der Ukraine erahnt. Die von der Sowjetunion zerstörte Kultur der Kirche wird in gemeinsamen Anstrengungen wieder aufgebaut. In Klöstern wie Jabca überdauerte, trotz stalinistischer Verfolgung und kommunistischer Vernichtung ein Teil der moldawischen Kunst und Kultur. Ihre Wiederherstellung und ihr Wiederaufbau sind heute Teil der neuen moldawischen Identität. Diese Identität wird an jeder Ecke betont, Moldawisch, eine rumänische Sprache in lateinischer Schrift geschrieben, herrscht vor, in den Kirchen regiert der moldawische Klerus, der sich vom Moskauer Patriarchen losgesagt hat und nun dem rumänischen Patriarchen untersteht. Eine bislang unbekannte Liberalität ist eingezogen, die sich auch in der Öffnung für den Tourismus abzeichnet, ohne Kopftuch und in Hosen, dürfen selbst Frauen die moldavischen orthodoxen Kirchen betreten.
Am NistruGrenzfestung am Nistru
Auf der anderen Seite des Flusses, auf der Ostseite ist dies anders. Dort liegt auch Moldawien, aber das sieht nur die eine Seite so. Dort liegt Transnistrien, eine von niemandem anerkannte, kyrillisch schreibende, zumeist russischsprachige und von 1500 Putinsoldaten bewachte Region, die sich selbst für unabhängig erklärte. Ein Relikt stalinistischer Siedlungspolitik. Ein schmaler Streifen, den wir uns sparten.
Zu erschreckend die Panzersperren, die die Brücken bewachen und zu eindrucksvoll, das hoch über den Fluss gebaute stilliegende Förderband einer im Osten liegenden Zementfabrik, die nun ohne den westlichen Kalkstein auskommen muss.

„Uns geht das alles nichts an“, war die Antwort auf die Frage nach den Befindlichkeiten am Fluss. „Wir fahren hin und her, dort leben unsere Leute. Den Streit haben doch nur die in den Regierungen“ Und so wundert es uns auch nicht, dass wir die ganze Nacht, die wir am Fluss campen, Motorboote hören. Die Menschen, die wir trafen waren mehr als freundlich, Wenn immer wir nach dem Weg fragten, bildeten sich Diskussionstrauben und wenn es garnicht anders ging, fuhr man stolz ein Stück des Weges in einem alten Moskwitsch vorweg.
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Moldawien - wo Wein und Pfirsich wachsen

geschrieben am 5. September 2009 um 13:13 von 4x4eastward

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Es war später Nachmittag geworden bis wir die Grenze ereicht hatten und etwa 2 Stunden später auch über die Grenze waren. Zu unserer Verwunderung mussten wir eine Eintrittskarte lösen, nein nicht beim moldawischen Zöllner, sondern am Bankschalter der eigens dafür in der Grenzabfertigung eingerichtet ist, also hochoffiziell, ist eine Art Ökosteuer zu bezahlen. Ihre Höhe entsprach in etwa 4 Euro und der Zettel, den man als Gegenleistung bekommt, ist das wichtigste Dokument, das bei jeder Polizeikontrolle vorzulegen ist. Das hat uns aber keiner gesagt, ich erfuhr es erst von einem hilfsbereiten Ukrainer, als wir zum zweiten Male aus Moldawien ausreisten. Nun waren wir also wieder in einem Land indem wir zwar alles lesen konnten, aber immer noch nichts verstanden. Vor einigen Jahren bereits hat das moldawische Parlament die kyrillische Schrift abgeschafft und ist zur lateinischen zurückgekehrt, na ja offiziell zumindest. Aber die Sprache, die haben sie dabei kaum verändert. Moldawisch ist eine Sprache, die dem Rumänischen zum Verwechseln ähnelt.

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Doch das spielt heute Abend noch keine Rolle. Ersteinmal finden wir einen kleinen See und bauen unser Lager. Gut ausgeruht geht es am nächsten Morgen weiter. Bereits der erste Fuhrmann im ersten Dorf schwenkt nahtlos vom Moldawischen ins Russische über, als er unsere ratlosen Blicke sieht. Dabei hatte er nur gefragt, wo wir denn herkommen.

Wer noch nie in Moldawien war, und wir gehörten zu dieser Gruppe, dem sei gesagt, es ist das ärmste Land Europas. Ja es soll sogar Moldawier geben, die als Gastarbeiter in der Ukraine arbeiten. Der Liter Diesel ist etwas teurer als in der Ukraine, aber billiger als in Polen und ein Kilo Tomaten kostete 3 Lei, moldawische Lei, was hier die Landeswährung war. Eine Flasche guten, aber noch nicht teuren Wein bezahlten wir mit etwa 25 Lei. Eine Rentnerin, die wir in einem der Dörfer sprachen, war mit ihrer monatlichen Rente von 700 Lei, das einzige feste Einkommen der Familie, die sich ansonsten von den Produkten ihrer kleinen Landwirtschaft ernährte.

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Hatten wir am Anfang noch den Eindruck, die Strassen seien besser, als die in der Ukraine erlebten, änderte sich das bald. Offroad fahren ist besonders in den Dörfern kein Problem. Man fragt sich stattdessen, wie die Menschen bei Regenwetter zu ihren Häusern kommen sollen, so ausgefahren sind die Spurrillen der Pferdewagen, die durch das Dorf führen, sobald man von der Hauptstrasse abbiegt.

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Da wir im Nordwesten des Landes eingereist waren, führte uns unser Weg zunächst durch eine fruchtbare Landschaft aus Obstbäumen und Sonnenblumen nach Osten. Dabei erlebten wir eine der ersten Eigentümlichkeiten dieses bunten, farbenfrohen Landes. Es scheint so, als habe fast jedes Haus seinen eigenen Brunnen und diese Brunnen in die Mitte des Zaunes gebaut. So können sie von den Bewohnern, aber auch von allen Reisenden problemlos erreicht werden. Ein gastfreundliches Land.

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Soroca ist das erste Städtchen, das wir erreichen. Es liegt, wie soll es anders sein, am Dnjestr, der nun auf einer Länge von 400km die Ostgrenze der Republik Moldava bildet. In dieser doch sehr postsowjetisch anmutenden Stadt treffen wir wieder auf unseren Fluss, den Dnjestr, der hier nun in der Landessprache Nistru heißt.

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Ukrainische Gastfreundschaft

geschrieben am 2. September 2009 um 11:55 von 4x4eastward

Nun ändert sich die Landschaft wieder. Die Ebene weicht den Hügeln der Podolischen Platte, einer etwa 400 Meter hohen, vor Jahrmillionen entstandenen Kalkablagerung, die sich von den Karpaten bis zu den Steppen des Südens hinzieht. Auch unser Fluss schneidet sich durch dieses Land und bildet dabei einen eindrucksvollen Canon. Doch wir weichen erst einmal ab vom Dnjestr und steuern ein Dorf an, das Ivano Puste heisst, was soviel wie „Ohne Iwans“ bedeutet. Die waren in grauer Vorzeit alle an einer Seuche gestorben und so entstand der Name. Auf uns aber warten sie, die Ivans, der Senior, der polnisch sprachige und der Sohnemann. Doch noch besser vorbereitet war Hala, Ivans Ehefrau und im Normalleben Biologielehrerin, wie auch ihre Schwester.
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Sie bereiteten uns ein fürstliches Mal aus lauter ukrainischen Spezialitäten, während wir im Hof des kleinen Anwesens unser Camp aufschlugen.

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Es verstand sich fast von selbst, dass wir bei soviel erlebter Gastfreundschaft nicht schon am nächsten Tag weiter reisten und so stieg Ivan der Mittlere in unser Auto um uns die Umgebung seiner Ukraine zu zeigen. Die Fahrt führte uns zuerst nur einige Felder weiter, wo jeden Samstag auf einer grossen Freifläche Bazar gehalten wird. Und was hier nicht alles angeboten wurde. Da gab es frische Tomaten und Autoteile, Melonen und Herdplatten, Entenküken und Schweinespeck, Fahrräder und Grabplatten, Ziegelsteine und Brennholz. Wir füllten unsere Proviantkisten, jeder mit anderen Köstlichkeiten.

Auf dem Bazar

Auf dem Bazar

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Die Stadt Kamieniec Podolski

Die Stadt Kamieniec Podolski

Die Festung Kamieniec Podolski

Die Festung Kamieniec Podolski

Danach landeten wir auf einer wunderschönen Burgruine, dann in einer der grössten Höhlen der Ukraine und nicht zuletzt im Städtchen Kamienic Podolski, das sogar von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Hier war es auch, dass wir auf einem ehemaligen Minarett die Figur einer Madonna sahen, ein Ergebnis des Friedensvertrages zwischen Türken und Europäern, gegenseitig die religiösen Symbole zu achten. Doch ein solcher Vertrag stammt aus einer Jahrhunderte entfernten Vergangenheit. Ja und am Abend dieses ereignisreichen Tages hiess es dann,wollen wir Schaschliks grillen und natürlich die von fleissigen Händen geformten Piroggen essen.

Ivan der Mittlere, Ivan der Jüngere und die Schaschliks

Ivan der Mittlere, Ivan der Jüngere und die Schaschliks

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Kein Entkommen, der Senior rief selbst in der Dunkelheit noch die Dorfjugend an, damit sie uns mit ihrem Ghettoblaster ukrainische Schlager vorspielen konnte. Doch die Frauen setzten dem ganzen die Krone auf und kleideten einige von uns in die uralten Trachten, die ukrainische Bräute noch heute tragen, wenn sie durchs Dorf gehen, um zur Hochzeitsfeier zu laden. Dieser Abend endete spät und trotz aller Sprachprobleme redeten alle ohn Unterlass, Völkerverständigung pur. Fast schwer fiel es allen, am nächsten Morgen weiter zu reisen und nicht den lieben Gott einen guten Mann und Odessa Odessa sein zu lassen nach soviel erlebter Gastfreundschaft. Aber wir kommen wieder, das zumindest haben wir uns in die Hand versprochen.

Nun ging es weiter die paar Kilometer zurück zu unserem Fluss, doch der Blick in das Land war nun ein anderer geworden. Eine solche Gastfreundschaft muss man ersteinmal erlebt haben und auch das Ziegenschaschlik, aus einem Ziegenböckchen, das noch niemals Gras gefressen hatte und das bereits Tage vorher für die Gäste mariniert und vorbereitet worden war, muss man erstmal genossen haben. dann verändert sich der Blick in das Land. Nun versteht man das Plumpsklo, die nicht vorhandene Müllentsorgung, die vielen vorher vernachlässigt aussehenden Häuser, die alten Autos, die schlechten Strassen. Wer kann sich schon bei einem Einkommen von 1500 Hrywna einen neuen Wagen leisten, wenn ein Liter Benzin mehr als 5 Hrywna kostet. Umso erstaunlicher die Leistung eines solchen Dorfes, das in gemeinsamer Arbeit sich selbst eine grosse Kirche gebaut hat. Jeder trug sein Schärflein bei, die einen durch harte Arbeit, andere durch Material, wieder andere durch Bekochen der Bauarbeiter. Heute steht sie und ist allen ein Zeichen der Gemeinsamkeit, aber auch des gemeinsamen Stolzes, das haben wir geschafft. Und natürlich auch ein wenig zu Ehren Gottes.

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Der Dnjestr den wir nun wieder erreichen hat hier eine Breite von etwa 200 Metern, zu beiden Ufern von hoch aufragenden Kreidefelsen begrenzt. Direkt am Ufer treffen wir auf zahlreiche Camper, Ukrainische Familien, die hier ihre Ferien mit Zelt und Angel verbringen. Wildcampen ist nicht nur unsere Art des Übernachtens, sondern in einem Land fast ohne Campingplätze allgemein üblich, zumindest auf nicht privatem Grund.

Weiter ging es zumeist auf der Strasse, weil wir uns für heute noch den Grenzübertritt nach Moldavien, also in die Republik Moldau, vorgenommen hatten. Doch zuvor ist noch von einer kleinen Gruppe schreiender Babuschkas zu berichten, die mitten im Wald versuchten, uns davon abzuhalten durch den verschlammten Weg zu fahren. Erfolglos, wie die Bilder beweisen.

Hier nicht lang, das geht nicht

Hier nicht lang, das geht nicht

Geht nicht?

Geht nicht?

Geht doch!

Geht doch!