Zum dritten Male haben wir uns im Sommer 2011 aufgemacht, den Osten zu erfahren. Während der erste Teil der Reise über eher ruhige Pisten bis ans Schwarze Meer und in die Grossstadt Odessa führte, danach im kleinen Kreis wieder zurück nach Südost Polen, war das Ziel der zweiten Tour die ukrainischen Karpaten. An den Start gingen 7 Teilnehmerautos, Iveco Daily, Patrol, Defender bis zum HDJ80. Die Karpaten erfordern schon einige Erfahrung mit dem Auto und auch ein manchmal recht starkes Nervenkostüm, ganz zu schweigen von MTs, Bergegerät und einem gut gewarteten Fahrzeug. Was soll ich schreiben, schaut es euch an:

Ziel dieser Tour ist die Befahrung der Poloninen, jener Höhenkämme oberhalb der Baumgrenze. Doch der Weg dahin ist nicht immer ohne Überraschungen.

Kaum hatten wir einen ganzen Tag gekämpft um der ersten Polonine näher zu kommen, stehen wir im letzten Büchsenlicht vor dem Aus. Irgendwer hat hier die Brücke geklaut (so sagten es später die Einheimischen).

Für uns bedeutete das eine Nacht im Wald, auf und neben dem Weg, denn der 20m tiefe Canon war unüberbrückbar.

Nach langer Umfahrung am nächsten Tag, dann doch noch das ersehnte Ziel

und die ersehnten Blicke

Wir bleiben oben und campieren auf kühlen 1500m über dem Meer.

Am nächsten Morgen bekommt das Wort Pferdestärke eine ganz neue Bedeutung

Und die Abfahrt beginnt.

Auch hier waren wir nicht vor Überraschungen geschützt. Vielleicht war ja auch das andere links gemeint, jedenfalls ein typischer Fahrfehler, wie er in den Bergen auch schlimmer hätte ausgehen können.

Doch mit vereinten Kräften steht er schon bald wieder

und rollt, trotz zerborstener Heckscheibe und einer leicht verzogenen Fahrertür, weiter

Am abendlichen Lagerfeuer sieht das alles schon wieder ganz anders aus.

Also auf zu neuen Taten und zu einer neuen Polonine, na ja erstmal längs einer Bahnlinie durchs Tal

Doch da wollen wir hinauf

und wie immer ist ein wenig Anstrengung erforderlich.

Bevor man die unendlich scheinende Weite erleben kann und sich der Weg auf dem Kamm bis zum Horizont erstreckt.

Auf…

und ab

und auf…

Vor ein paar Stunden waren wir noch da unten

und jetzt liegen uns die Berge wie Walrücken zu Füssen

Auch hier schlagen wir unser Camp vor der Abfahrt auf.

Die folgt dann nach dem Briefing am nächsten Morgen

Doch zuerst ein Blick zurück

bevor wir ins Tal aufbrechen.

Dort gibt es einen guten (und wirklich preiswerten) Espresso in der örtlichen Bar, frisches Quellwasser wird in der Küche getankt,

der Förster gibt die aktuellen Strassenzustandsberichte

und für den der will, findet sich ein geräumiges Badezimmer.

Doch schon bald brechen wir auf die dritte Polonine zu erklimmen.

Hier befindet sich in der Mitte ein See, unser gewünschter Biwakplatz,

der aber ist nicht ganz so einfach zuerreichen.

Doch wenn man erstmal da ist…

will man garnicht mehr weg. So jedenfalls schien es am nächsten Morgen. Tagesetappe 250m, dann war der Lenkungsarm abgebrochen, alle vier Bolzen abgeschoren. Doch mit der Unterstützung der Gruppe konnte dieses Team das Problem in 7 Stunden beheben. Zum Glück hatte einer eine Bohrmaschine, ein anderer einen Gewindeschneider, ein dritter und vierter und fünfter ein paar passende Schrauben…

Na dann kanns ja weiter gehn, vielleicht mit der Erkenntnis, dass auch der Starke mal ganz schwach sein kann und der Unterstützung der gesamten Gruppe bedarf.

Ein aufziehendes Gewitter hat uns dann am Abend doch noch vom Berg gescheucht

So bleibt nur dieser Blick zurück, auf eine Bergwelt, die vielleicht einmalig ist, die uns aber sicher im kommenden Jahr wieder herausfordern wird.
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